Dram of the week: March 30, 2018

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Dear Lyubomir,
I’ve mentioned Ledaig before but I want to talk a little bit more about the independent bottler of today’s Ledaig — Gordon & MacPhail. The company was founded in 1895 in Elgin, in the heart of the Speyside in Scotland, at that time — a very rare thing to happen. The two founders, James Gordon and John Alexander MacPhail were two great men, always looking for new delightful drams. And in the midst of the abundance of good distilleries they decided that the best thing to do was maturing their own whiskies. In 1915, John Urquhart joined Gordon & MacPhail as an apprentice. He worked his way up quickly and a few years later was second in operations to James Gordon, responsible for the maturation of single malts. In 1933, John introduced his son George Urquhart to the company. They had good contacts to the local whisky distilleries and gradually expanded their sourcing range over the years. The Urquharts proved to be the ultimate masters with an absolute understanding of the product.
The volume of whisky that John and George amassed in the 1930s and early 1940s made Gordon & Macphail cruise thru the Second World War unscathed. As far as the post-war history of Gordon & MacPhail is concerned … well, I’ll stop here because this is a whisky message, not a history lesson! So, back to our dram:
Ledaig, 12 y.o., 56.6%, first fill sherry hogshead, Cask No ° 1660504 + 1660505, Cask Strength Collection, Gordon & MacPhail
Copper colored, with a darker hint. I would say a certain Sherry cask but not an Oloroso. On the nose – a breakfast accident — fried bacon strips dropped into strawberry jam. A little leather on the back, very dry smoke, some ash, and at the back – a persistent fruity-sweet note. The first taste is peppery, but just as much pepper as in an Argentinian churrascaria. The sweet, fruity notes (I’m still going with strawberry jam) remain discreet but omnipresent. As you keep on sipping, the cold smoke and the ashy notes become more prominent, and the bacon is still there. The finish is really dust-dry, the tongue sticks to your mouth, does not slip, and you get notes of roasted almonds and dark chocolate (99.9% cocoa content, lol).
My conclusion: In recent years, I have had some Ledaigs, most of them younger, and as such – a little peatier and a greasier. This one is finer, with much more character! Even through the sherry cask aging a lot of original flavors come thru and the twelve years of maturation give this dram a lot of depth. For me – an absolutely successful dram but probably a bit too frightening for beginners.
Sláinte!
Manfred
Liebe Lyubomir,
Da wir in einigen anderen Rezensionen schon etwas über “Ledaig” kennengelernt haben, wollen wir heute etwas näher auf den Independent Bottler unseres heutigen Ledaig eingehen, Gordon & MacPhail. Gegründet wurde das Unternehmen 1895, damals noch als Feinkostladen, in Elgin, im Herzen der Speyside in Schottland. Die beiden Gründer James Gordon und John Alexander MacPhail waren damals aber schon immer auf der Suche nach neuen Genüssen. Nichts lag bei der Fülle an guten Destillerien näher als eigene Whiskys zu maturieren. 1915 stieß John Urquhart zu Gordon & MacPhail. Damals noch als Lehrling arbeitete er sich schnell nach oben und war schon einige Jahre später neben James Gordon der zweite Mann im Betrieb wenn es um die Maturation von Single Malts ging. John holte dann 1933 seinen Sohn George Urquhart in das Unternehmen. Die guten Kontakte zu den lokalen Whiskydestillerien wurden nach und nach ausgebaut, man schätzte die Urquharts als absolute Versteher des Produkts.
Die Menge an Whisky, die John und George in den 30er und Anfang 40er Jahren einlagerten ließ das Unternehmen Gordon & Macphail auch den zweiten Weltkrieg recht unbeschadet überstehen. Die Nachkriegsgeschichte von Gordon & MacPhail werde ich bei passender Gelegenheit nachreichen, wir wollen uns ja mit Whisky beschäftigen und nicht mit Geschichtsunterricht, hehe. Also zu unserem Dram:

Ledaig, 12 y.o., 56,6%, first fill sherry hogshead, Cask No° 1660504+1660505, Cask Strength Collection, Gordon & MacPhail

Kupferfarben, mit einem schmutzigen Stich, würde ich sagen, ich würde sagen dieses Sherrycask war kein Olorosocask. In der Nase habe ich einen Unfall beim Frühstück, meine gebratenen Speckstreifen sind mir in die Erdbeermarmelade gefallen. Ein Wenig Leder hintendrauf , sehr trockener Rauch, bald Asche, aber stets auch eine fruchtig-süße Note. Das erste Mundgefühl ist pfeffrig, aber auch nur soviel an Pfeffer, wie an ein englisch gebratenes argentinisches Rinderfilet gehört. Der süße, immer noch fruchtige Unterton – ich lege mich hier auf Erdbeermarmelade fest – bleibt dezent aber allgegenwärtig. Beim weiteren Trinken wird dieser kalte Rauch und die Aschenote immer stärker, der Speck ist auch noch da. Im Abgang wird er wirklich staubtrocken, die Zunge rutscht schon nicht mehr im Mund und es entwickeln sich Aromen von gebrannten Mandeln und Bitterschokolade (99,9% Kakaoanteil, lol). Das hört sich jetzt wohl auch schlimmer an als es ist. Ja, das ist schon ein Brett, aber in der Gesamtheit absolut stimmig.

Mein Fazit: Ich hatte in den letzten Jahren einige Ledaig, die meisten waren jünger, somit noch etwas torfiger und etwas speckiger. Dieser hier ist etwas feiner, aber keineswegs mit weniger Charakter, im Gegenteil! Auch durch die Sherryfasslagerung gewinnt er noch an Aromen und die zwölf Jahre Reifezeit geben ihm mehr Tiefe. Für mich absolut gelungen, aber wohl eher nichts für Anfänger, wir wollen ja keinen verschrecken.

Sláinte!
Manfred