Dram of the week: June 12, 2020

Dear whisky friend,

Today’s Dram of the Week comes with a novelty never shared before here. I have addressed the distillery a few times and because the dram is an original bottling there is nothing new to mention about the independent bottler. ‘Then what’s the novelty?’ you’d ask. Well, this whisky has been finished in a chestnut barrel. The experienced whisky connoisseur will now sit up and get alarmed and the novice drinker would probably be at least a little but surprised. ‘Bit it’s always been preached that whisky should only mature in barrels of various oak varieties?’ Yes, that’s right, in Scotland that is even the law — whisky is only allowed to mature in oak. While the Scotch Whiskey Association (SWA) has attempted to rethink and allow other types of wood in the recent past, they have not made the move yet and is sticking to its classic ways. If I were asked, I would welcome such a change because there is a concern that the whisky industry would come up with too much variations in no time, which may not be good for the whisky. And the Damocles sword of the worse times hangs directly above our necks, because if no agreement can be reached between Great Britain and the European Union in the next six months, we can assume chaos.

So how does this chestnut barrel came around? The answer is Teeling, an Irish distillery. The Irish are a bit more relaxed in the legislation regarding their whisky production, so chestnut casks are allowed. And how that affects the flavors, I’ll find out in a moment.

Teeling, 13 y.o., 53.2%, chestnut finish, Cask No ° 29554, distillery bottling

The color is somewhere between bronze and mahogany, so it is already quite dark. That should definitely be due to the chestnut, which has developed magnificently, at least in color. The first nose is quite unusual, Grandma’s furniture polish, plum jam, roasted walnuts, heavy tobacco, similar to a French Gauloises. The second nose then offers more sweetness, like that of sugar beet syrup. Overall, the dram presents a variety of heavy, distinctive aromas. The first sip and my mouth feels like there is a hedgehog inside. Not that the spines prick outwards, on the contrary, many small toothpicks prick from the outside in. The devil is woody! After I have overcome the first shock, there is a lot more, fruit bread, organic whole bread (this, where you have to chew on it for half an hour before you can swallow it), a certain spiciness, but it is not alcohol-related. Then, in the second sip, Black Forest ham without the smoke and the sweetness that actually boxed its way through the Lümmel aromas developed into Bavarian block malt candies in the ’80s. It’s strange and good at the same time. The finish is quite long, it is even a bit more woody, but it mainly offers malt, tobacco and a huge bag of very heavily roasted almonds from the fairground.

My conclusion: this has everything, hehe! Do I like it? Difficult to say, yes, probably because I have never experienced such extremes in whisky before. Could it be my favorite? Most probably not, because it’s too strange for my taste. But it is an excellent novelty dram definitely worth trying.

https://www.whisky.lu/product/teeling-2006-13-y-o-532-chestnut-finish-distillery-bottling/

Sláinte!
Stephan

See this bottle in our Whisky Shop!

Liebe Whiskyfreund,

Unser heutiger Dram of the week kann mit einer auf dieser Plattform noch nicht vorgestellten Neuheit aufwarten. Die Destillerie habe ich schon einige Male behandelt und da es eine Originalabfüllung ist, gibt es natürlich auch nichts über einen unabhängigen Abfüller zu berichten. “Was ist denn dann die Neuheit?” werden sich einige fragen, nun, dieser Whisky hat ein Finish in einem Fass aus Kastanie bekommen. Der versierte Whiskygenießer wird jetzt aufhorchen und manch einer sogar erschrecken, der Novize wird sich zumindest wundern. Wurde denn bisher nicht immer gepredigt, dass Whisky nur in Fässern diverser Eichesorten reift? Ja, stimmt, in Schottland ist dies sogar Gesetz, dort darf ein Whisky nur in Eiche reifen. Man hat in der jüngeren Vergangenheit zwar einen Versuch unternommen, die Scotch Whisky Association (SWA), zum Umdenken zu bewegen und andere Holzsorten zuzulassen, doch die SWA hat sich nicht beirren lassen und ist bei ihrer klaren Linie geblieben. Wenn man mich fragt, würde ich diese Linie begrüßen, besteht doch die Sorge, dass die Whiskyindustrie sich in weniger guten Zeiten zu viel einfallen lassen würde, was dem Whisky vielleicht nicht unbedingt gut tut. Und das Damoklesschwert der weniger guten Zeiten hängt direkt über unseren Köpfen, denn sollte sich in den nächsten knapp sechs Monaten keine Einigung zwischen Großbritannien und der europäischen Union erzielen lassen, können wir von Chaos ausgehen.

Wie kommt es dann also zu dem Kastanienfass. Die Antwort ist Teeling, eine irische Destillerie. Die Iren sind in der Gesetzgebung betreffend die Whiskyproduktion einen Hauch lockerer, somit ist Kastanie erlaubt. Und wie sich das in den Aromen auswirkt werde ich gleich feststellen.

Teeling, 13 y.o., 53,2%, Chestnut Finish, Cask No°29554, Destillerieabfüllung

Die Farbe ist irgendwo zwischen Bronze und Mahagoni anzusiedeln, er ist also schon recht dunkel. Das sollte definitiv an der Kastanie liegen, die sich zumindest in der Farbe prächtig entwickelt hat. Die erste Nase ist schon recht ungewöhnlich, Omas Möbelpolitur, Zwetschgenmus, geröstete Walnüsse, schwerer Tabak, ähnlich einer französischen Gauloises. Die zweite Nase bietet dann mehr Süße, Zuckerrübensirup sollte hier passen. Insgesamt präsentiert er mir eine Vielzahl von schweren, markanten Aromen. Der erste Schluck, mein Mund kommt sich vor wie ein Igel. Nicht das die Stacheln nach außen herausstehen würden, das Gegenteil, viele kleine Zahnstocher pieksen von außen nach innen. Teufel ist das Ding holzig! Nachdem ich den ersten Schock überwunden habe kommt aber noch viel mehr, Früchtebrot, Bio-Vollkornbrot (dieses, wo man eine halbe Stunde drauf rumkauen muss, bevor man es schlucken kann), eine gewisse Schärfe, die aber nicht alkoholbedingt ist. Dann im zweiten Schluck doch tatsächlich Schwarzwälder Schinken ohne Rauch und die Süße, die sich doch tatsächlich den Weg durch die Lümmelaromen freiboxt, entwickelt sich zu den ’80er Jahre bayrisch Blockmalzbonbons. Das ist schon kurios. Der Abgang ist recht lang, wird sogar noch etwas holzbetonter, bietet aber vor allem Malz, Tabak und eine riesige Tüte sehr stark gebrannter Mandeln vom Rummelplatz.

Mein Fazit: Was es nicht alles gibt, hehe! Ob es mir gefällt? Schwer zu sagen, ja, irgendwie schon, denn diese Extreme kannte ich einem Whisky bisher noch nicht so ausgeprägt. Ob es mein Favorit werden könnte? Nein, sicher nicht, dazu ist er doch zu kurios. Aber er ist es auf alle Fälle wert probiert zu werden.

https://www.whisky.lu/product/teeling-2006-13-y-o-532-chestnut-finish-distillery-bottling/

Sláinte!
Stephan

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