Dram of the week: July 24, 2020

Dear whisky friend,

This week we’ve got a dram that I’m really excited about. It is the Omar that comes from the Nantou distillery in Taiwan. Since ‚Kavalan‘ started its triumphal march in the whisky industry, we are no longer shocked that Taiwan can make some great whiskies. The Nantou distillery is now the second distillery that is coming up to the international stage. The distillery was founded in 1978, but the first whisky was only produced in 2008. An interesting fact is that the malt is produced in-house and that in a nearby brewery. The area around the distillery, with its mountain ranges and the Bagua and Maoluo rivers, is actually better known for the cultivation of excellent tea, but one does not rule out the other.
When I first heard the name Omar in relation to this whisky, the first thing I naturally thought of was an Arabic given name. But it turned out it was far from it, mostly because our Taiwanese friends wanted to pay a tribute to the origin of the whisky. In Gaelic, Omar means nothing more than amber and this should then also be expressed with this whisky classified as sherry type. Mr. Pan, who makes the decisions at Nantou as Master Blender, did a great job with the Omar Sherry Type – which is also available in a Bourbon cask.
The owner and operator of the distillery is the ‚Taiwan Tobacco & Liquor Cooperation‘, or TTL for short. TTL is state-owned and, as a monopoly, regulates the sale and production of all tobacco and liquor manufacturers or distributors. But one can say that Nantou makes its decisions about the production process completely independently and, unlike on the Chinese mainland, the state largely stays out. Incidentally, the TTL was created in 1901, when Taiwan was still under Japanese rule. At that time, TTL was responsible for the sale of various products, including opium, salt and camphor. But now to our dram:

Omar, NAS, 46%, Sherry Type, Nantou Distillery

The name says it all, at least when it comes to color. Amber, very nice amber. Of course, this bottling is not colored, otherwise it would not have ended up on my table. Based on the color alone, I can say that the turbo maturation reported in Taiwan (due to the extreme climatic conditions) is visible here. I have very intense sherry notes in my nose. Dried red fruits, acacia blossom honey and raisins. Chocolate, with which I am uncertain whether it is milk or bitter dark chocolate. And also a nice spicy note that gives the whole thing an elegant homogeneity. The first sip unfolds a tremendous fruity sweetness, raisins, now a little darker chocolate, but still a long way from the bitter chocolate. I have my fresh raspberries, even with the light, really only very light, fruity acidity. The typical espresso and pure cocoa powder appear on the back of the palate. It is quite spicy from the first moment, both the oak wort and a colorful herb potpourri. The finish is longer than expected, at 46% I had no great expectations. The aromas in the finish are completely balanced and that is how they slowly fade away.

My conclusion: There are certainly great sherry bottlings that are far worse than the Omar, this is some good stuff. And if I look at the price then this Omar is a hot candidate for my ‚Daily Sherry Dram‘ award, hehe.

Sláinte!
Stephan

See this bottle in our Whisky Shop!

Liebe Whiskyfreund,

Diese Woche kommen wir zu einem Dram, von dem ich wirklich begeistert bin. Es ist der Omar, der aus der Nantou-Destillerie in Taiwan kommt. Spätestens seitdem ‚Kavalan‘ seinen Siegeszug in der Whiskyindustrie begonnen hat, sind wir nicht mehr geschockt, dass ein Whisky aus Taiwan kommen kann. Die Nantou-Destillerie ist nun die zweite Destillerie, die sich anschickt, die internationale Bühne zu besteigen. Gegründet wurde die Brennerei im Jahr 1978, der erste Whisky wurde allerdings erst im Jahre 2008 produziert. Ein interessanter Fakt ist, dass das Malz in Eigenregie hergestellt wird und das in einer nahegelegenen Brauerei. Eigentlich ist die Gegend um die Destillerie mit ihren Bergketten und den Flüssen Bagua und Maoluo eher bekannt für den Anbau von hervorragendem Tee, aber das eine schließt das andere ja nicht aus.
Als ich den Namen Omar zum ersten mal im Bezug auf diesen Whisky gehört habe, habe ich natürlich als erstes an einen arabischen Vornamen gedacht. Aber weit gefehlt, denn unsere taiwanesischen Freunde möchten hier der Herkunft des Whiskys Respekt zollen. Omar heißt im gälischen nichts anderes als Bernstein und dieses soll dann auch mit diesem als Sherry Type klassifizierten Whisky ausgedrückt werden. Mr. Pan, der bei Nantou als Master Blender die Entscheidungen trifft, hat mit dem Omar Sherry Type – es gibt diesen auch als Lagerung im Bourbon Barrel – meiner Meinung nach einen tollen Job gemacht.
Besitzer und Betreiber der Destillerie ist die ‚Taiwan Tobacco & Liquor Cooperation‘, kurz TTL genannt. TTL ist Staatseigentum und regelt als Monopolist den Verkauf und die Produktion sämtlicher Tabak- und Spirituosenhersteller oder Vertriebe. Man kann aber sagen, dass Nantou seine Entscheidungen über den Produktionsprozess komplett eigenständig trifft und der Staat sich, anders als auf dem chinesischen Festland, weitgehendst raushält. Entstanden ist die TTL übrigens schon 1901, als Taiwan noch unter japanischer Herrschaft stand. Damals war die TTL verantwortlich für den Verkauf verschiedener Produkte, unter anderem auch Opium, Salz und Kampfer. Nun aber zu unserem Dram:

Omar, NAS, 46%, Sherry Type, Nantou Distillery

Der Name ist Programm, zumindest was die Farbe angeht. Bernstein, sehr schöner Bernstein. Natürlich ist diese Abfüllung nicht gefärbt, sonst wäre sie nicht auf meinem Tisch gelandet. Allein aufgrund der Farbe kann ich sagen, dass die nachgesagte Turbo-Maturation in Taiwan (aufgrund der extremen klimatischen Verhältnisse) hier sichtbar ist. In der Nase habe ich sehr intensive Sherrynoten. Getrocknete rote Früchte, Akazienblütenhonig und Rosinen. Schokolade, bei der ich aber noch schwanke, ob es Milch- oder Bitterschokolade ist. Und auch eine schöne würzige Note, die dem Ganzen eine elegante Homogenität verleiht. Der erste Schluck entfaltet eine gewaltige fruchtige Süße, Rosinen, jetzt etwas dunklere Schokolade, aber noch weit entfernt von Bitterschokolade. Ich meine frische Himbeeren zu haben, auch mit der leichten, wirklich nur ganz leichten, fruchtigen Säure. Der typische Espresso und pures Kakaopulver kommen am hinteren Gaumen auf. Er ist vom ersten Moment an recht würzig, sowohl die Eichenwürze, wie auch ein buntes Kräuterpotpourri. Im Abgang steht er länger als gedacht, bei 46% hatte ich jetzt keine große Erwartung. Die Aromen im Abgang sind komplett ausgewogen und genau so klingen sie auch zusammen langsam ab.

Mein Fazit: Ich habe mit Sicherheit schon mehr Sherry-Abfüllungen getrunken, die schlechter als der Omar waren. Wenn ich dann noch auf den Preis gucke, dann ist dieser Omar ein heißer Kandidat für den ‚Daily Sherry Dram‘ – Award, hehe.

Sláinte!
Stephan

Diese Flasche im Shopsystem anzuzeigen!