Dram of the week: July 10, 2020

Dear whisky friend,

Today’s Dram of the Week comes from the independent bottler Duncan Taylor. It is a Dailuaine and comes from the Octave series, which I would like to take a closer look at. This series has been around for a little over forty years, but it has only gained popularity in the past decade.

Well, if you deal a lot with whisky and know the legal regulations, then you know that the manufacturer does not have much opportunity to change the flavor aroma of a whisky. Unlike the rum, which can be provided with all kinds of additives (pineapple, coconut shells, orange juice, to name just the most common), whisky is as pure as it can be. The distillate, a barrel and E150a (caramel) are allowed. And the dye was allowed only because of pressure from the industry, which in the 1970s found that customers prefer darker whisky to lighter whisky. We say „si fuddelen“ in Luxembourg, or „they cheat“ in English. The independent bottlers, however, mostly refuse to do so, so that’s why you only get uncolored whiskies from me.

But back to the Octave series. What can we do to give the whisky a certain kick? We can put it in a small, very active barrel – maybe around 50 liters. This increases the surface to liquid ratio and the whiskey and barrel begin to interact faster and more intensely. The results are quite astonishing when you consider that a hogshead or a barrel would take much longer time to absorb these flavors. At Duncan Taylor, they are specialists of doing this and they have a lot of experience so you can fully trust their fillings. Since 2019, there has also been an ‚Octave Premium Range‘, in which older and old whiskies are placed in an Octave barrel. I am sure that I will be able to report on one of these bottlings in the future, but for today we will stick with our Dailuaine from the ‚Octave Invigorated‘ series.

Dailuaine, 11 y.o., 54%, 3 months in Octave, Cask No ° 10926813, 80 bottles, The Octave, Duncan Taylor

The color is strong amber from the Baltic Sea. However, I cannot go into more detail about the coloring, since neither the original nor the Octave barrel are specified. It is very attractive to the eye, as far as I can see. On the nose I have a dry note of glue, hay and a lot of oak. The second time you smell the whole gamma of oriental spices. Cardamom, coriander and cumin. Neither something sweet, nor something floral, which are usually the recognizable traits in a Dailuaine. I actually left it open for half an hour and, lo and behold, the floral notes appear, mixed with a floor wax note. Very surprising on the palate, because it opens with a tremendous sweetness. The dry oak is also there, but it becomes a nice mix of spices. Floral notes go in the direction of autumn meadows with lots of green. I would like to state that it is far more intense than a ’normally‘ matured Dailuaine and adds a little more complexity. A nice dark chocolate and a strong, unsweetened espresso appear at the back. The finish makes the seasoning wider, but the sweetness sticks everywhere – now more like honey sweetness – in the mouth. In the end, tannins appear clearly, but never become uncomfortable.

My conclusion: This is my first review of an Octave and I’m quite impressed. The influence of the small barrel is clear and makes absolute sense in the entire taste profile. If you fancy a successful experiment, get this dram!

Sláinte!
Stephan

See this bottle in our Whisky Shop!

Liebe Whiskyfreund,

Unser heutiger Dram of the week kommt vom unabhängigen Abfüller Duncan Taylor. Es ist ein Dailuaine und entstammt der Octave-Serie, die wir hier ein wenig näher beleuchten wollen. Diese Serie gibt es schon seit etwas mehr als vierzig Jahren, doch Popularität erlangte sie erst im letzten Jahrzehnt.

Nun, wenn man sich viel mit Whisky beschäftigt und die gesetzlichen Bestimmungen kennt, dann weiß man, dass den Hersteller nicht viel Möglichkeiten bleiben einen Whisky in der Aromatik zu verändern. Anders als beim Rum, der ja mit allerlei Zusätzen versehen werden darf (Ananas, Kokosnussschalen, Orangensaft, um nur die gängigsten zu nennen), ist Whisky so rein, wie er nur sein kann. Das Destillat, ein Fass und E150a (Zuckerkulör) sind erlaubt. Und der Farbstoff auch nur auf Druck der Industrie, die in den 1970er Jahren herausgefunden hat, dass der Kunde einen dunklen Whisky einem hellen Whisky vorzieht. Wir sagen auf luxemburgisch „si fuddelen“, oder auf deutsch „sie schummeln“. Die unabhängigen Abfüller verwehren sich allerdings zum überwiegenden Teil davor, somit bekommt ihr bei mir nur ungefärbte Whiskys angeboten.

Aber zurück zur Octave-Serie. Was können wir machen um dem Whisky einen gewissen ‚Kick‘ zu geben? Genau, wir können ihn in ein kleines, sehr aktives Fass – vielleicht um die 50l Fassungsvermögen – geben. Das Verhältnis Oberfläche zu Flüssigkeit erhöht sich dadurch und Whisky und Fass beginnen schneller und intensiver zu interagieren. Die Ergebnisse sind recht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass ein Hogshead oder ein Barrel ein Vielfaches der Zeit bräuchten um diese Aromen so aufzunehmen. Bei Duncan Taylor sind sie Spezialisten dieser Machart, haben auch schon einiges an Erfahrung und somit kann man diesen Octave-Abfüllungen voll und ganz trauen. Seit 2019 gibt es auch eine ‚Octave Premium Range‘, bei der auch ältere und alte Whiskys in ein Octave-Fass gegeben werden. Ich bin mir sicher, dass ich in Zukunft auch über eine dieser Abfüllungen berichten kann, doch für heute bleiben wir bei unserem Dailuaine aus der ‚Octave Invigorated‘-Serie.

Dailuaine, 11 y.o., 54%, 3 months in Octave, Cask No°10926813, 80 Flaschen, The Octave, Duncan Taylor

Die Farbe ist kräftiger Bernstein aus der Ostsee. Ich kann allerdings nicht näher auf die Farbgebung eingehen, da weder Ausgangs-, noch Octave-Fass näher präzisiert sind. Fürs Auge ist es sehr ansehnlich, so weit kann ich mich aus dem Fenster lehnen. In der Nase habe ich eine trockene Klebstoffnote, Heu und viel Eichenwürze. Beim zweiten Hinriechen kommt die ganze orientalische Gewürzvielfalt zu Tage. Kardamom, Koriandergrün und Kreuzkümmel. Weder etwas Süßes, noch etwas Florales, was sonst bei einem Dailuaine erkennbare Charakterzüge sind. Ich habe ihn jetzt doch tatsächlich bald eine halbe Stunde offen stehen lassen und siehe da, die floralen Noten kommen auf, vermischt mit einer Bohnerwachsnote. Am Gaumen sehr überraschend, denn er macht mit einer gewaltigen Süße auf. Die trockene Eiche ist auch direkt da, wird aber zu einer schönen Gewürzmischung. Florale Noten gehen in Richtung Herbstwiese mit viel Grün. Ich würde konstatieren wollen, dass er weit intensiver ist als ein ’normal‘ gereifter Dailuaine und etwas mehr Komplexität ausbaut. Hintenraus kommen eine schöne dunkle Schokolade und ein starker, ungesüßter Espresso hinzu. Der Abgang macht die Würze breiter, die Süße klebt allerdings noch überall – jetzt eher als Honigsüße – im Mundraum. Tannine kommen zum Schluß auch deutlich auf, werden dabei aber nie unangenehm.

Mein Fazit: Die erste Rezension eines Octave und ich bin recht angetan. Der Einfluß des kleinen Fasses ist deutlich und macht im gesamten Geschmacksprofil absolut Sinn. Wer Lust auf ein gelungenes Experiment hat, sollte sich diesen zulegen.

Sláinte!
Stephan

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